Rheinmarathon - Nur was für Harte?
Heilbronner Rudergesellschaft "Schwaben" e.V. Heilbronner Rudergesellschaft Schwaben - Der Ruder-Verein im Raum Heilbronn
Leverkusen
2017-10-07

Unser Mitglied Teresina Herb, die sehr viel auf dem Rhein unterwegs ist, hat uns von der Herausforderung Rheinmarathon von Rheinkilometer 695 bis Rheinkilometer 737,8 vorgeschwärmt. So fanden sich vier Ruderschwaben, die das Abenteuer angehen wollten. Teresina besorgte uns eine erfahrene Rheinsteuerfrau: Jana Dutzuweit.

Das Abenteuer begann am 6.10.2017 mit der Anfahrt zum Start nach Leverkusen beim RHTC. Dort angekommen riggerten wir unser Boot Apoll auf und präparierten es mit einer Abdeckung im Heck und Bug, um gegen Welleneinbruch gewappnet zu sein. Die Ausleger wurden mit Klebeband abgeklebt. Einige Regenschauer erschwerten die Arbeiten.

Am 7.10.2017 trafen wir uns morgens am Hänger und fuhren dann mit der S-Bahn nach Köln zum Startpunkt. Dort wurde Bernhard vom Regattaleiter auf die regattaspezifischen Besonderheiten der Strecke aufmerksam gemacht. Bernhard hatte im Rahmen eines DRV-RheinSteuermannlehrgangs die Strecke einige Tage schon einmal befahren, so dass auch er eine gewisse Ortskenntnis hatte. Leider war die Wettervorhersage nicht sehr vielversprechend: Nach dem Orkan Xavier war noch immer viel Wind und Regen angekündigt, warm sollte es auch nicht werden. Bis zum Start mussten wir etwas warten und konnten gut beobachten, wie die Regenwolken kamen. Pünktlich zum Start gab es einen Regenschauer.

Als herausfordernder erwiesen sich die Wellen der Berufsschifffahrt, die nicht nur einmal so hoch waren, dass Wasser ins Boot lief. Mit einer Bilgenpumpe und schöpfen durch die Steuerfrau konnte das Wasser jedoch gut aus dem Boot herausgebracht werden. An einigen Stellen erwischten wir Kreuzwellen, die besonders schwierig zu fahren waren. Nach einigen Kilometern waren wir gut nass. Von oben und von unten. Regenpausen gaben Gelegenheit von innen auszutrocknen. Immer, wenn wir etwas abgetrocknet waren, kamen die nächsten Wellen von Schiffen. Begonnen hatten wir mit Südwestwind, einem schönen Schiebewind, der dann langsam auf West/Nordwest drehte. Je näher das Ziel kam, umso mehr Gegenwind hatten wir, mit der Folge, dass die Schiffswellen durch den Wind verstärkt wurden und noch mehr Können verlangten. Nicht immer hatten wir das Glück rechtzeitig soweit unter Land zu sein, dass Wind- und Schiffswellen niedrig oder ganz verschwunden waren. Teresina feuerte die Ruderschwaben vom Deich aus auf den letzten Metern an.

Bernhard, Fabian, Jens, Walter und Jana (Steuerfrau), die mit der Startnummer 153 nach 2:25:13 ins Ziel kamen, wurden zwölfte. (Siegerzeit: 2 Std. 7 Min.) Eine tolle Leistung für die erste MarathonRegatta. Premierenstarter sind meistens nicht so schnell unterwegs, so das Lob von Teresina.

Bleibt zum Schluss zu sagen, dass es auch dieses Jahr wieder eine tolle Veranstaltung war, auch wenn das Wetter nicht überzeugen konnte. Und der Termin für nächstes Jahr steht auch schon: 06.10.2018. Vielleicht findet sich wieder eine Ruderschwaben-Mannschaft zusammen, die sich der Herausforderung stellen will! Ganz getreu dem Motto der Veranstaltung „der Schmerz geht und der Stolz kommt!” Gehen wir es an und fahren nächstes Jahr mit mehr als einer Mannschaft diese außergewöhnliche Regatta. Es war ein echtes Erlebnis.